Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Ode an das Küchengerät’ Category

Als Frau Dr. gestern die Treppen hochkam fand sie die Wohnungstür versperrt. „Moment noch,“ rief es von innen. Minuten später durfte sie eintreten und fand eine Spur von Zetteln, die ihr mit Pfeilen den Weg zu einer „Unterstützung“ wiesen. „Nicht mehr allein auf verlorenem Posten“ wies ein Zettel geradeaus, „sondern“ zeigte es nach links zum letzten Zettel, der verhieß: „zu zweit“. Und da stand ER.

dsc01724

Das ist R2D2. Er steht der Frau Dr. bei im ewig schon verlorenen und doch nie endenden Kampf gegen die Geißel aller Zeitgenossen mit zu guter Sehkraft. Den ewigen Fluch, der da heißt KRÜMEL auffe Tische. R2D2 ist ein Tischstaubsauger.

Er ist nicht größer als eine Apfelsine, summt wie ein Rasierapparat und saugt Krümel, so lange seine Batterien den Saft dafür hergeben. Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Frau Dr. leugnet es noch, aber ich weiß sein Summen hat ihr Herz erobert. Zwischen den Beiden ist so ein Verständnis, ein Gleichklang der Gedanken seit dem ersten Drücken auf sein schwarzes Knöpflein – summ! Klar ist: Nichts und niemand kann zwischen die beiden treten. Denn nichts schweißt so sehr zusammen wie der gemeinsame Kampf für eine gute Sache. Auch wenn der nicht zu gewinnen ist.

Advertisements

Read Full Post »

Der Nudelmaschinen-Außenbordmotor ist ein unverzichtbares Utensil für alle Nudelhersteller, die mit nur zwei Armen ausgestattet sind. Die indische Gottheit mit den vielen Armen, deren Name mir grad nicht erinnerlich ist, bräuchte sowas natürlich nicht. Sie würde mit einer Hand Nudelnteig in die Maschine einfüllen, mit der zweiten Kurbeln, mit einer dritten Hand die Teigbahn entgegen nehmen, mit zwei weiteren Händen Zwiebeln schneiden und mit der sechsten Hand im Topf rühren.

Mir aber ist mein Außenbordmotor eine Ode wert. Er war gar nicht teuer, so etwa 60 Euro. Er passt in alle handelsüblichen Nudelmaschinen. Okay, er lärmt fürchterlich und hübsch ist er auch nicht. Aber fleißig. Erst gestern abend war er wieder im Einsatz.

Mit nur zwei Armen Nudelteig herstellen - das geht

Mit nur zwei Armen Nudelteig herstellen - das geht

Okay, und jetzt gibt es auch noch das Rezept dazu.

Lasagne üppig

für 6 Personen

Aus 5 Eiern und 500g Hartweizengrieß oder Mehl wie hier einen Nudelteig herstellen, bis Stufe 5 der Nudelmaschine auswalzen. Der frische Teig wird roh verarbeitet.

Aus 500g Hack (nach Geschmack gemischt, Rind, oder auch Lamm), 1 großen Dose Tomaten (oder zur Saison im Spätsommer 1 Kilo frische Tomaten enthäutet), 2 Zwiebeln, etwas Speck, 1 Bd. Suppengrün, einem Schluck Rotwein die Bolognese-Sauce kochen. Wer es italienischer mag, muss noch etwas Leber dazutun, statt Speck Salsicce nehmen, und natürlich Thymian und Oregano. Nicht am Knoblauch sparen! Chili kann auch rein. Alle Saucen müssen relativ fest sein, damit die Lasagne am Schluss nicht auseinanderläuft.

Die Bechamelsauce wird aus 30-40g Butter, 3 Esslöffeln Mehl, 500 ml Kochsahne und 500 ml Milch gekocht und mit Salz, Pfeffer, 1-2 Tl. abgeriebener Schale einer ungespritzten Zitrone und reichlich frisch geriebener Musskatnuss gewürzt.

Als dritte Füllung kommt bei Lasagne üppig auch noch Blattspinat dazu, (eineinhalb Pakete à 450g tiefkekühlt) der gedünstet und mit Muskat, Salz, Pfeffer und nach Geschmack noch Knofi angemacht wurde.

Geschichtet wird abwechselnd eine Lage Bolognesesauce mit  Bechamel, dann Nudel, dann Spinat mit klein gezupftem Mozzarella (drei Pakete werden da verbraucht), und wieder Nudel. Zum Schluss ein Deckel mit Nudelbahnen, auf den noch mal Bechamelsauce verstreichen, diese großzügig mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und die Form (oder die Formen, wir brauchten gestern 2) bei 160° Umluft oder 180° Ober-/Unterhitze für 45 Minuten in den Ofen tun.

Read Full Post »

Wie in Bloggerkreisen verschiedentlich bereits berichtet, finden bei Frau MOZ alljährlich Anfang Januar Hausgreuel-Parties statt, bei denen jeder eingeladene Haushalt ein scheußliches Geschenk oder eine Altlast aus den Untiefen des Schranks mitbringen darf, um im schlimmsten Fall mit einer noch übleren Scheußlichkeit nach Hause zu gehen. Zwischen Kommen und Gehen liegen mehrere Runden verbissenen Würfelns, begleitet von alkoholischen Getränken und Häme, bis das Schrillen der Eieruhr das Schicksal besiegelt. Uns hatte es vergleichsweise gut getroffen. Wir wurden unser Schaukelpferdchen los an lieblose Berlinerinnen, mussten aber selbst nur ein etwas fragwürdiges Plastikbesteck zum Obstessen hinnehmen.

Ich hatte den anderen Teilnehmern versprochen, das Werkzeug zu testen. Heute ist die Frau aus dem Haus, und ich bin endlich mal dazu gekommen.

Das 3-Teilige Hausgreuel im Test

Das 3-Teilige Hausgreuel im Test

Mit dem Löffel lassen sich zwar tatsächlich Pampelmusen essen. Aber ich entsafte die meistens eh.  Das Schneckenförmige Teil zum Pellen macht hübsche Schlangenlinien in die Schale. Der Vorteil dieser Rillen erschließt sich mir nicht. Die Sache mit dem Kiwi-Öffnen muss ich bei anderer Gelegenheit noch mal probieren, weil ich beim Test aus Versehen das falsche Teil dafür genommen habe. Die Kiwi sah ziemlich zerrupft aus.

Update
Mit dem dafür vorgesehenen Teil war die Kiwi auch nicht leicht zu erlegen. Ein gewöhnliches Messer zum Durchschneiden und ein Teelöffel sind – wiewohl technisch aus heutiger Sicht veraltet – immer noch meine Kiwi-Esswerkzeuge der Wahl.

Read Full Post »

Wie ja schon an anderer Stelle berichtet, haben unsere Stofftiere uns zu einem Kurzurlaub nach Paris mitreisen lassen. Dort gibt es auf der Ille de la Cité und andernorts Niederlassungen von Pylones. Meine Barschaft ist dort sehr gefährdet, denn der Laden verbindet drei wirklich große Versuchungen für mich: Schräges, Buntes, und vor allem: das Ganze in Form von KÜCHENGERÄTEN.

Ich sprang zwar vor Entzücken im Dreieck, war aber viel zu vernünftig, zuzuschlagen. Das ist doch so unpraktisch im Flugzeug. Das gibt’s bestimmt auch in Berlin!

Meine arme Frau. Sie hatte die Lauferei. Sie nervte alle Freunde, schaut doch mal da und da. Am Ende kam der Heißwasserhimmel dann doch mit dem Flugzeug. Vielleicht. Jedenfalls per Post direkt aus Frankreich. Und hier ist er, isser nich süß?

Der kocht auch Wasser

Der kann übrigens auch Wasser kochen. Zwar nur geringe Mengen und mit dem Risiko, sich böse am Korpus zu verbrennen. Aber wer kümmert sich um solchen Schnickschnack angesichts dieser Schönheit…

Read Full Post »

Seit ich meine Frau kenne, quengelt sie rum, dass sie eine ganz bestimmte Kaffeemaschine haben will. Schweizer Hersteller, Kaffeevollautomat, sündhaft teuer. Außerdem viel zu groß für die begrenzten Platzverhältnisse in unserer Küche. Kam nicht in Frage.

Wenn etwas nicht in Frage kommt, muss man wenigstens nicht drüber nachdenken. Und so vergingen acht lange Jahre.

Und dann kam http://www.jura-ena.com/ !

Es war eine Entscheidung auf den ersten Blick. Fast wie Liebe. Ohne zu zögern wurde die Neuanschaffung beschlossen. Na gut, sie wurde dann zum vorgezogenen Weihnachtsgeschenk deklariert, um ihr etwas von der Dekadenz zu nehmen. Ohne einen Dank wurde die alte Espressomaschine verschenkt. Und nun steht ENA da. Mehr als eine Kaffeemaschine würde jetzt ein Werbefuzzi schreiben, ein Kaffee-Erlebniscenter! Lebensqualität, u.sw.

Die Ena kostet die Hälfte der „normalen“ Juras, kann auch nur die Hälfte, aber sie kann das wesentliche: auf Knopfdruck Espresso machen. Mehr braucht der Mensch nicht. Das Milchschäumer-Modul ist entbehrlich, denn man kann es nicht in der Geschirrspülmaschine reinigen. Da nehme ich doch lieber einen Milchaufschäumer und stelle den kurz in die Mikrowelle, anstatt Schläuche in spezieller Reinigungslösung zu baden.

Mein Leben ist ein anderes geworden, seit ich morgens den Kaffee auf Knopfdruck erleben kann. Ich habe etwa 0,75 Minuten gewonnen, die ich jetzt eher, mit zwei Kaffeetassen bewaffnet, ins Bett zurückkriechen kann. Dort würde ich meinen Kaffee kuschlig und ungestört genießen, wenn da nicht noch meine Frau läge, und damit meine eigentliche Aufgabe. Ich muss ihr mit einer fein austarierten Mischung aus Zärtlichkeit und Brutalität Kaffee einflößen und sie dann aus dem Bett zwingen. Ohne mich wäre sie ein Fall für die Erwerbsunfähigkeitsrente. Jedenfalls erwerbsunfähig vor 12 Uhr mittags.

Read Full Post »