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Archive for August 2010

Die Saison hat begonnen und – ach – wir haben das erste Bundesliga-Heimspiel verpasst. Turbine hat trotzdem gewonnen, während ich auf dem Beifahrersitz im strömenden Regen auf der A2 mein Smartphone traktierte, zitternd ob die restliche Ladung des Akkus ausreichen würde, um uns das Spielergebnis des Live-Tickers zu liefern. Der Schreck saß mir in den Knochen, als zunächst ein 0:1 Rückstand gegen den HSV vermeldet wurde. Aber irgendwo bei Hannover war dann der Abpfiff und der Endstand 4:1 stellte die Ordnung wieder her. Bundesliga-Neuling Bayer-Leverkusen ließ sich zeitgleich von Duisburg eine 9:0 Begrüßungspackung verabreichen. Bei den Frauen bleibt es schwierig für Newcomer, die alte Zweiteilung in spielende Clubs und solche, die spätestens in der zweiten Halbzeit schon allein aus konditionellen Gründen nur noch zugucken, scheint weiter zu bestehen. Wobei kleine Nadelstiche möglich sind, wie der 1. FFC Frankfurt feststellen musste, der 3:4 den Wolfsburgerinnen unterlag.

Als Fan von Turbine Potsdam hat man eine etwas zweischneidige Position. Auf den Frauenfußball übertragen ist Turbine fast so etwas wie Bayern München, war in den letzten sieben Jahren vier mal Deutscher Meister. Und hat in der letzten Saison die neue Champions League der Frauen gewonnen. „Rekordmeister“ würden die Bèla Rethys dieser Republik sagen, wenn sie sich im Frauenfußball gar nicht auskennen. Kennen sie sich ein wenig aus, betiteln sie mit diesem 1a Bullshit-Bingo-Begriff den 1. FFC Frankfurt (Rekordmeister ist allerdings nach wie vor SSG 09 Bergisch Gladbach mit 9 Titelgewinnen. Nie gehört? War ja auch zum letzten Mal 1989…). Frankfurt hatte aber nicht nur gestern, sondern auch in der letzten Saison des öfteren so seine Probleme.

Auf den (scheinbar) sicheren Sieger zu setzen ist erst einmal nicht besonders wild und gefährlich. Dann ist es auch kein Zeichen emotionaler Fantreue, zu der ja die Leidensfähigkeit ganz wesentlich dazu gehört. Schalke-Fan zu sein, „Meister der Herzen“, das ist schon was. Oder Hertha, oder was weiß ich. Dagegen Turbine… dem Sieger fliegen doch die Herzen automatisch zu.

Aber halt stop. Es ist immerhin Frauenfußball. Wenn man sich zusammen mit nur 2000 anderen ins Stadion bequemt, als einer von vielleicht 500 Internetusern Partien auf dfb-tv streamt (weil sie selbstredend im Fernsehen nicht übertragen werden), dann ist das doch schon achtbar. Finde ich jedenfalls. Von der Medienaufmerksamkeit und den finanziellen Rahmenbedingungen her passt jedenfalls eher der Vergleich mit der Regionalliga als mit Bayern München.

Dennoch, wenn man schon mit Turbine auf einen der drei alles überragenden Vereine setzt, dann muss man bei der Wahl des Trikots und seiner Beflockung dringend etwas für sein Image als Individualist tun. Die Wahl ist ohnehin schwierig, denn gute Spielerinnen gibt es bei dem Verein mehr, als jeweils auf dem Feld stehen. Schon wenn man das Trikot der Torfrau tragen möchte stellt sich die Gewissensfrage: Welche? Die Elfmeterkillerin? Oder die U-20-Weltmeisterin? Bei den Stürmerinnen überragt Lira Bajmaraj die Kollegin Anja Mittag vielleicht knapp, aber wenn man in Potsdam ins Stadion geht, dann rennt wirklich jeder zweite mit Bajmaraj-Trikot rum. Nicht nur deswegen scheidet das aus. Ich will ja auch aus Prinzip nicht die glanzvollen Stürmer ehren, sondern die Arbeitstiere im Mittelfeld oder die Helden der Abwehr, ohne die der Glanz vorne gar nichts wäre. Aber da stellt sich dann umso drängender die Frage, wen will man aufs Schild heben? Eine ganze Zeitlang war ich entschlossen, Babett Peter zu nehmen. Einfach aus Dankbarkeit, weil sie mich vor so manchem Herzinfarkt bewahrt hat, indem sie cool, ohne den geringsten Zweifel an ihrer Beherrschung der Situation zu lassen, noch den schnellsten Konter des Gegners beendete. Aber dann taten dasselbe auch ihre Kolleginnen wieder und wieder.

Birgit hatte dann die Idee, dass wir beide als die Kerschowski-Sisters auflaufen.

I. Kerschowski, M. Kerschowski

Großartige Idee! Warum? Nun, zum einen bleibt Monique Kerschowski für immer als bleibender Eindruck meines ersten Bundesligaspiel-Besuchs bei den Frauen. Als sie auf der Jagd nach dem Ball einmal auf mich zustürmte zuckte ich instinktiv zurück, so ein grimmiges Gesicht hatte sie, und so viel einschüchternde, schiere Kraft. Zum anderen sind sie und ihre Zwillingsschwester Isabel Kerschowski zeitversetzt vom gleichen Verletzungspech geplagt, aber nicht zu entmutigen, sondern eisern, ehrgeizig, fleißig. Das schaffen die beiden nicht als Profis, sondern als Hobbysportler, die im Hauptberuf eine Ausbildung absolvieren. So richtige Vorbilder eben. Und echte, kernige Ostberliner Gören.

Also wir sind für die Saison gerüstet und freuen uns schon, die neue Beflockung im Karli zur Schau zu tragen!

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Wer will noch Kuchen haben, wenn es auch Tarte geben kann? Hier einfaches Rezept (für französische Verhältnisse):

Zunächst mache man den Mürbteig aus 200g Mehl, die man mit 110g kalter Butter in kleinen Stückchen und 50g Zucker sowie eine Prise Salz zu einer feinen krümeligen Masse verreibt, dass wirklich jedes Mehlstäubchen eingefettet ist und keine Butterklumpen übrig sind. Dann etwas kaltes Wasser zufügen (obacht, es handelt sich wirklich um weniger als ein Schnapsglas voll, ganz vorsichtig zugießen), so dass man einen Klumpen daraus kneten kann der zusammenhält und schön geschmeidig ist. Den Teig in Folie einschlagen und mindestens eine Stunde kalt stellen.

Dann eine Tarte-Form Buttern. Den Teig auf die Größe der Tarte-Form plus etwas mehr für den Rand ausrollen. Ja, das ist jetzt wieder schwierig. Geht nur mit viel Mehl auf der Arbeitsfläche und am Nudelholz. Den Teig in die Tarte-Form liften (wenn er reißt, kein Drama, das kann man wieder zusammendrücken). Wenn das Ausrollen komplett misslingt ist der Teig vielleicht noch zu bröckelig, dann noch ein paar Tropfen Wasser dran tun und nochmal durchkneten. Den Teig in der Form mit einer Gabel mehrmals einstechen.

250 – 350g rote Johannisbeeren (abhängig von der Größe der Tarte-Form) waschen und mit einer Gabel von den Zweigen streifen, auf dem Boden verteilen so dass nur in einer Lage Beere an Beere liegt. 3 Eiweiß steif schlagen, 100g Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, dann 150g gemahlene Haselnüsse unterheben. Diese Masse in kleinen Klecksen auf die Johannisbeeren setzen und glattstreichen. Die restlichen 50g gemahlende Haselnüsse aus der Packung drüberstreuen.

Bei 200°C (Umluft 180°C) im Ofen 30 Minuten backen. An Kolleginnen und Kollegen verfüttern.

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