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Archive for Dezember 2009

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber wenn ich Kochbücher aufschlage, dann sortiere ich sie schon nach wenigen Rezepten in verschiedene Kategorien. Zunächst ist da die Kategorie „unbrauchbar“, in die wandert zum Beispiel Paul Bocuse, wenn es dort heißt „man nehme 2 Kilo Lammknochen und hacke sie in walnußgroße Stücke…“ – an dieser Stelle klappe ich das Buch zu und entscheide, mich von diesem Mann lieber bekochen zu lassen, zumindest so lange ich noch keine Profiküche mit Hackklotz und Beil mein eigen nenne, was aus Platzgründen noch eine Weile so bleiben wird. Auf tieferem Niveau fällt in dieselbe Kategorie alles, was mit Zutaten wie Margarine, Soßenpulver, Erbsen aus der Dose, Schmelzkäse und dergleichen aufwartet. Wer sowas für ein Rezept in Betracht zieht, hat die Gerichte entweder nicht gekostet oder keinen Geschmack. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche: unbrauchbar.

Sehr viele Kochbücher fallen in die Kategorie „kritisch anzuwenden“. Da gibt es die älteren Exemplare, die vorschlagen Öl zu erhitzen bis es raucht (ungesund und unnötig, weniger heiß reicht immer), die für Zwiebeln eine Garzeit von 5 Minuten für ausreichend halten (20 Minuten sind Minimum), oder die vorschlagen mit Knoblauch lediglich die Pfanne auszureiben, vor lauter Angst man könnte am nächsten Tag was riechen. Ich gebe den Knoblauch ins Essen, und zwar möglichst zum Schluß, damit der Geschmack und die Schärfe erhalten bleiben, was auch immer das Rezept zu dem Thema sagt. Viele ältere Kochbücher nehmen getrocknete Kräuter, wo es doch heute Rosmarin, Thymian, Minze, etc. pp frisch zu kaufen gibt.  Aber auch brandneue Kochliteratur hat Fehler: Donna Hay hat ein Rezept für karamellisierten Fenchel, bei dem sie den Fenchel anbraten will und dann Brühe und Zucker und weitere Zutaten zugleich zugibt. Wie soll der Zucker da karamellisieren? Der muss zuerst mit Fett in den Topf, er braucht mindestens fünf Minuten, bis er karamellisiert, dann kann der Fenchel obendrauf und abgelöscht werden.

Tja, und dann gibt es selbst für den penetrantesten Besserwisser (also für mich) Kochbücher, an die ich mich buchstabengetreu halte. Aber man muss ein Besserwisser sein um zu wissen warum. Weil da nämlich einfach der Autor des Kochbuchs der am besten wissende Wisser ist. Das ist die Kategorie Kochbibeln, zu denen zählen für mich meine alten, ertrödelten Time Life Büchlein mit Spiralheftung aus dem Jahr 1969, zu denen zählt Murielle Rousseau, und – mit wenigen Einschränkungen, vor allem weil er oft so dämliche Dosisangaben wie „Handvoll“ verwendet – Jamie Oliver.

Für Besserwisser sind diese Kochbibeln schwierig. Die Versuchung ist ja da, sich vom Text zu emanzipieren und einfach drauflos zu kochen. Womit regelmäßig ein Fiasko garantiert ist.

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Das schöne an der Fußball-WM 2011 ist, dass wir die Serie „Frankfurt mit Finale“ erst dann genießen werden, wenn wir die schmerzhafte Abbuchung des Ticketpreises vom Konto schon lange vergessen haben. Zahle jetzt, genieße mehr als eineinhalb Jahre später ist das Motto beim DFB. Wer auf der Suche nach Anbietern mit guten Konditionen für Festgeld ist, sollte mal den Veranstalter der WM fragen, die müssten da ein paar Tipps haben,  schließlich haben sie enorm pralle Kassen, bei den Verkäufen. Vielleicht fragen sich Steffi Jones und Konsorten jetzt auch, ob es nicht doch angemessen gewesen wäre, ein bissel mutiger zu sein und ein paar größere Stadien zu wählen. Spiele vor leeren Rängen sind nun wirklich selbst in Sinsheim ausgeschlossen. Schön für Sinsheim. Wo war das noch mal? Ähh… na egal. Wir haben Frankfurt und Wolfsburg. Und um Karten für Berlin zu bekommen, müssen wir erst noch 11 Freunde werden. Wer macht mit?

Aber was soll’s. Frau Dr. und ich werden den DFB auch noch mit dem Kauf von Trikots beglücken, und wir werden mit der Aufschrift „Mittag“ und „Grings“ nebeneinander im Stadion sitzen. Wir werden die Mädels anschmachten und bejubeln und uns nicht mehr darüber ärgern, dass die Spiele fast alle in der Provinz stattfinden, während Berlin praktisch leer ausgeht, bis auf das Eröffnungsspiel. Vielleicht fahren wir ja mit einem Fanbus, das wird dann etwas kurzweiliger. Da müssen Frau Dr. und ich uns nur noch einigen ob wir mit den Fans von den „Königinnen der Löwen“ des FCR Duisburg oder mit den Turbinen reisen.

So, und ab jetzt freu ich mich einfach drauf!

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