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Archive for Dezember 2008

Die berühmte Bloggerin W. schenkte mir auch heuer wieder eine CD mit ihrer musikalischen Botschaft an mich. Ich höre sie gerade und versuche sie zu deuten. „Oh my God“ von Mark Ronson sagt mir entweder „ich mag Dich ganz gut leiden“ oder „unser Musikgeschmack ist so unterschiedlich gar nicht, ey“, eins von beidem. Vampire Weekend „Campus“ spricht eher für die These, dass W. ihre Zuneigung nur indirekt ausdrücken kann, singen die Jungs doch so verquastes wie – sinngemäß – wie könnte ich jemals behaupten Dich nie wieder sehen zu wollen. Das kann man auch direkter sagen. Wenn man möchte.

Jan Delay kann jedenfalls klare Sätze, so wie dass es kalt wird wenn das Feuer ausgeht. Allerdings sollte er sich mal die Nase putzen. Und wenn er so Reggae-lahm von Feuer singt, und sich so selbstgefällig über die Vielen aufschwingt, die angeblich weniger brennen als er, dann schlagen bei mir keine Flammen hoch. Eher friert die Hölle zu, als dass ich Jan zu meiner Last.fm Musiksammlung zufüge, Frau W. Peter Fox ist ein besserer Texter, klarer Fall, sogar ein ziemlich guter Texter, zugegeben, aber ich bin noch nicht überzeugt. Muss ich vielleicht ein paar mal hören.

Und was soll jetzt Aretha Franklin danach? Eben noch die abgeklärten bekifften Großstadtjungs, jetzt die Soul-Klassikerin, die um Rettung („Save me“) fleht? Wo ist der Zusammenhang? Oder – ohgott, wie unsensibel von mir! Ist das ein Hilferuf? Frau W.? Geht es Ihnen gut?

Aber nee, es ist wohl doch der Soul-Block der CD, Marvin Gaye und Tammi Terrell sind auch dabei. Diana Ross lässt einen wieder hängen wie damals auf zahllosen Schulfeten. Soll mir wohl einen zarten Hinweis auf mein Alter geben. Brenda Holloway ist ja auch nicht mehr die jüngste, will mir W. bestimmt tröstend sagen, und sie hat trotzdem ihre Berechtigung. Andererseits, W. gräbt hier und auch bei Lyn Collins Titel aus, die unbekannter sind. Sie will also etwas damit ausdrücken. Okay, „Wheels of Life“ ist einfach, das ist natürlich das Hamsterrad! Ach W., endlich habe ich das Gefühl, Dich zu verstehen.

Und dann kommt Tammi Terell noch mal, und sagt mir, ich solle besser nicht denken. Bringt eh nichts. W., musste das so deutlich sein? Ich dachte wir wären Freunde! Schmeiße ich meine Sympathien in den Mülleimer, Frau W., wenn ich mit Ihnen freundlichen Umgang pflege? Bin ich ein dummes kleines Mädchen? Na, das wäre wenigstens jung.

Okay, Schnitt, jetzt mal ein Lob. Dusty Springfield ist wirklich großartig. Zu meiner Musiksammlung hinzugefügt. Wunderbar auch, wie hier wieder zart das Hamsterrad-Thema durchscheint.

The Last Shadow Puppets waren mir bisher noch nicht geläufig, muss ich gestehen. Warum eigentlich nicht. Wunderbar lakonisch. Muss ich mal genauer reinhören. Danke, Frau W. Leider versagt hier last.fm, da gibt es keine Titel in voller Länge zum anhören.

Aber zum Schluss, Frau W., kommt ja wohl noch mal der totale Klopper. Cat Power & Karen Elson – das weckt böse Assoziationen an Bilitis und ähnliche Machwerke – grusel! Was Du mir damit sagen willst, W., will ich glaub ich lieber nicht wissen.

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Tief erschüttert muss ich hier dokumentieren, wie es um den Zustand von Deutschlands Akademikerinnen bestellt ist. Die Personen, wohlgemerkt, von denen die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und damit die Dicke der Brieftasche ihrer Arbeitgeber abhängt (weniger die ihrer eigenen natürlich). Wer wenn nicht sie… ach!

Meine Damen und Herren, die Besitzerin der nachfolgend abgebildeten Tasche ist PROMOVIERT. Ach Deutschland.

Die Tasche von Frau Dr. L. aus M.

Die Tasche von Frau Dr. L. aus M.

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Arme Cecilia! Von jetzt ab ist sie zwei Wochen im tiefsten Osten, beim Ehepaar G. und wird wieder nach alter FDJ-Kunst und -Fertigkeit zugerichtet, bis sie nicht mehr weiß, wie sie heißt. Wir geben einen ausgeglichenen und tendenziell konservativen Hamster in Pflege. Zurück bekommen wir einen kettenrauchendes und Rockabilly hörendes Tier, das seine niedlichen Knopfaugen hinter einer Sonnenbrille versteckt, um als Raubtier durchgehen zu können – wetten?
Ach! In den kommenden Tagen wird hier in den Kommentaren die Gehirnwäsche nachzulesen sein. Mir wird es das tierliebende Herz zermartern. Den G.’s höhnisches Lachen auf die Gesichter zaubern.
Warum ist das Böse in der Welt? Warum kann ein unschuldiger Hamster mit Festanstellung auf Lebenszeit, der wenn er ein Wahlrecht hätte bestimmt die FDP wählte, warum kann der nicht einfach in Frieden seine Nüsse verzehren?
Ich bitte um sachdienliche Antworten.

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Es ist lange überfällig, endlich ist es so weit. Das alljährliche Kipferlbacken rückt näher. Heute fangen wir an. Denn zwei Dinge stehen fest: Vanillekipferl müssen sein. Und gekaufte Vanillekipferl sind indiskutabel. Selbstverständlich muss keiner selber backen, um dann solche Verbrechen zu begehen, wie Margarine (schüttel!) oder Vanillinzucker (würg!) zu verwenden.

1. Streich: Vanille-Kipferl

Wir werden heute 500 g Butter mit 260g frisch abgezogenen und fein gehackten Mandeln, 170 g Zucker und 670 g Mehl verkneten, den Mürbteig im Kühlschrank rasten lassen und derweil mit zwei schönen großen Vanilleschoten und etwa 50 g Puderzucker die Hauptsache herstellen (vorsichtshalber habe ich noch Vanille und Puderzucker in Reserve, aber meist braucht man weniger als wie man denkt). Dann werden die Kipferl geformt und bei 180 – 200°C ca. 15 Minuten gebacken. Gut aufpassen, sie dürfen nicht bräunen, oder nur ganz ganz leicht. Der Puderzucker mit dem Vanillemark darin wird über die heißen Kipferl gestäubt. Dann kühlen sie ab, und erst danach kann man sie in Dosen tun. Und in gut verschließbare Dosen gehören sie! Erst nach ein paar Tagen sind sie richtig gut durchgezogen und schmecken ideal. Das Rezept ergibt mindestens vier Bleche, ist also zum Verschenken und Verfüttern kalkuliert. Ach und übrigens: die ausgekrazten Vanilleschoten nicht wegwerfen! Man kann sie in ein Schraubglas mit etwas Zucker stellen und erhält Vanillezucker. Man kann auch Salz vanillisieren – Fleisch mit Vanille zu aromatisieren ist äußerst lecker. Oder man wirft die Schoten in eine heiß zuzubereitende Süßspeise oder Sauce.

Okay, hier nochmal die Angaben für Diät-Fans oder Singles: 210 g Butter, 110 g Mandeln, 70 g Zucker, 280 g Mehl und nur eine Schote plus Puderzucker.

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Abziehen = kurz gekochte Mandeln "flitschen"

Butter in der Mehlschüssel kleinhacken erleichtert das Verkneten

Butter in der Mehlschüssel kleinhacken erleichtert das Verkneten

2. Streich: Radezky-Kipferl

Morgen kommt die unverzichtbare Ergänzung: Radezky-Kipferl. Die sind schon etwas eine Herausforderung, aber so dermaßen lecker, dass man sie einfach machen muss. 440 g Mandeln werden abgezogen (übrigens eignen sich diese kleinen Schläuche aus Silikon, mit denen man Knoblauch schälen kann ganz hervorragend), fein gehackt und dann geröstet. Das erfordert Geduld und Wachsamkeit, denn lange passiert nichts, aber sehr schnell sind die Mandeln verbrannt. Also ständig rühren, nichts nebenbei tun. Mandeln abkühlen lassen und dann mit 6 Eigelben, 500 g Butter, 160 g geriebener Schokolade, 320 g Zucker, 680 g Mehl verkneten und, ihr ahnt es schon, ruhen lassen. Das Rezept ergibt etwa 5-6 Bleche, genug für die bucklige Verwandschaft, die schon wartet. Backen wie die Vanillekipferl, dann abkühlen lassen und nun der Clou: die kalten Kipferl werden mit ihren Enden in 400 g geschmolzene Schokolade getaucht. Sie sehen dann aus wie Hufeisenmagneten. Auf Backpapier fest werden lassen und fertig.

Hier ein kleiner Teil unserer Produktion

Hier ein kleiner Teil unserer Produktion

Frau Dr. G. weist mich gerade völlig zu Recht darauf hin, dass das heikle Thema bei Radezky-Kipferln die Schokolade ist. Keinesfalls geht Glasur oder Blockschokolade! Es gilt auch hier: Billigschokolade ist die ganze Arbeit nicht wert. Frau Doktor und ich empfehlen Fassbender & Rausch Tobago.

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Kennt jemand einen, der jemanden kennt, welcher freiwillig in ein Konzert mit Weihnachtsliedern geht? Doch! Wetten? Ich nämlich, ich war am letzten Samstag freiwillig in einem Weihnachtskonzert.

„Kommet ihr Hirten“ auf Speed, mit ein paar zusätzlichen Kieksern und Abschweifungen – fürchtet euch nicht. Auch ist die heilige Nacht nicht unbedingt still, und wenn Maria mit ihrem unbewegt-entrücktem Gesicht einen Tango durch den Dornwald tanzt, dann hat man vor dem geistigen Auge ein recht einprägsames Bild.

Update:  Ich möchte das Gesagte noch mal grafisch verdeutlichen. Das Duo gehört zur roten Menge.

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Eine Leserin dieses Blogs hat mich neulich gefragt, was es eigentlich mit diesem Schwarzschafismus auf sich habe. Die besagte Leserin, das muss ich an dieser Stelle noch erwähnen weil sie Wert darauf legt, ist promoviert. Ich sage das nur, weil sie kürzlich ihren Anrufbeantworter mit dem Hinweis auf ihre vornehmen zwei Buchstaben verziert hat. Da will ich natürlich den notwendigen Respekt nicht verweigern. Ich hoffe das ist Ihnen recht so, Leserin?

Aber zurück zum Schwarzschafismus. Kürzlich entdeckte eine mir näher bekannte Forscherin, Frau Dr. G., die hier bereits ohne Worte Auskunft über verschiedene Dinge gegeben hat, ein Dokument aus der Frühzeit des Schwarzschafismus. Darin sind die Ziele und Eckpunkte einer Kommunikationsstrategie festgehalten. Das Papier, so knapp es ist, wirft ein schonungslos realistisches Licht auf den Schwarzschafismus mitsamt seinem Macht- und Dominanzanspruch.

Von den drei Zielen der dort nur grob umrissenen Kampagne ist wohl das dritte „Erfolgsgrundlage für die Erringung von Posten in Stofftiervertretungsgremien“, am bezeichnendsten für den Verantwortungsbegriff und die Geisteshaltung dieser Ideologie. Ich veröffentliche das Papier, um zu einer Auseinandersetzung mit dieser extremen Weltanschauung anzuregen.

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Wird es der Demokratie gelingen, eine Antwort auf diese Herausforderung zu finden?

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