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Archive for Januar 2008

Das Oberwasserrad über Ursulas Tür

Ich hab‘ lieber Oberwasser als Oberhand oder gar oberhaupt nichts von alledem. Der Grund ist Ursula.  Ursula, das schwarze Schaf unter den Wirtinnen und Wirten Berlins, hauptsächlich wegen ihrer Intelligenz und ihrer Kunst, normale Gäste (weiße Schafe) einzuschüchtern, ohne so richtig zu wissen wie ihr das gelingt.

Für andere schwarze Schafe ist sie wie das reizendste Mutterschaf. Ursula erkennt ihresgleichen ziemlich schnell, und befördert die Auserwählten dann zur Elite ihrer Gäste, die begrüßt wird mit Küsschen links und Küsschen rechts. Wer derart privilegiert ist, braucht ihre scharfe Zunge nicht zu fürchten, sondern kann sie in der Form ihres ausgiebigen Lästerns genießen.

Mittlerweile schart Ursula eine ziemlich umfangreiche Herde schwarzer Schafe auf ihrer Weide Oberwasser um sich, wo sie würziges Staropramen vom Fass grasen, und sich an den handgemachten Köstlichkeiten aus ihrer Küche laben. Selbstgesammelte Pilze. Frische Spätzle. Köstliche Bratkartoffeln. Herrliche Suppen. Geduld ist mitzubringen, denn Ursula macht alles selbst, und immer schön nacheinander. Wer nach seinem Essen blökt, entlarvt sich als weißes Schaf. Also heißt es Haltung bewahren!

Zur Herde gehören auch viele Musiker, weswegen es oft Hausmusik gibt im Oberwasser. Mal ist es Jazz, mal Klezmer, mal Swing, mal Blues, mal Tango, und immer unplugged. Merkwürdiges wie verjazzte Weihnachtslieder mit zwei Saxofonen, in der Qualität stark schwankendes wie der Klezmer-Stammtisch an jedem 15., geniales wie Tango mit zwei Akkordeons oder einfach Gassenhauer mit Geige und Klavier. Es lohnt sich immer, hinzugehen wenn Ursula anruft und sagt: „Wollt ihr nicht kommen, ich mach wieder ein Konzert.“

Externes Wohnzimmer gesucht? Ich empfehle Zionskirchstraße Nr. 6, vielleicht ist sogar noch ein Platz auf dem Sofa frei…

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Oh wie unfair ist das, was Forscher jetzt herausgefunden haben: Schwarze Schafe sterben früher! Dabei sind sie größer und kräftiger als weiße Schafe, die zudem (wie der Bericht nicht schreibt aber die Lebenserfahrung lehrt) langweilig und doof sind.

Das Gen, das die dunkle Fellfarbe bei den erforschten Schafen bestimmt, sei untrennbar mit anderen Erbanlagen verknüpft, die den dunklen Tieren eine schlechtere Gesundheit bescheren. Behaupten jedenfalls die Forscher. Aber ich meine die sind nur verbohrt, und mit dieser Genkiste total auf der falschen Fährte.

Denn schwarze Schafe leben wild und gefährlich. Sie haben weder Bausparvertrag noch Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sind echt cool, bäh Mann! Sie scheuen kein Risiko, verstehste? Bäh!

Wahrscheinlich sind die Forscher von der GWS (Gemeinschaft weißer Schafe) finanziert. Könnte das mal jemand aufdecken?

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Eine Jury aus (vermutlich weit überwiegend männlichen) Experten hat „Herdprämie“ zum Unwort des Jahres erkoren. Eine selten humorlose und politisch durchsichtige Entscheidung. Denn „Herdprämie“ ist ein prima Wort. Es bezeichnet genau das, was es politisch bezwecken soll, nämlich bestimmte Leute aus dem Kampf um attraktive Arbeitsplätze zu verdrängen. Siehe dazu auch den Artikel aus der Zeit von vorgestern: http://www.zeit.de/online/2008/03/unwort-2007-herdpraemie

Ihr könnt mich mal, Jury. Herdprämie! Ätsch. Gleich nochmal: Herdprämie!

Und was noch viel verwerflicher ist: Das ist eh‘ nicht mein Problem, ich krieg einfach keine Kinder. Basta.

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Hier ist es nun an der Zeit, einmal einen Dank auszusprechen. Und zwar an hsv83, der das Verdienst gebührt, mir einmal im Jahr eine Riesenchance zu bieten, die freilich auch verbunden ist mit einem ganz erheblichen Risiko. Die Rede ist von einer Hausgreuel-Party, welche hsv83 alljährlich nach der weihnachtlichen Geschenksaison veranstaltet. Die Regel ist einfach: Jeder bringt das fürchterlichste Unding aus seinem Haushalt mit, packt es hübsch ein, und jeder geht etliche Biere später mit irgendeinem fürchterlichen Greuel wieder nach Hause.

Wir haben nun an Hausgreueln keinen Mangel. Das liegt daran, dass wir ganz reizende nette Putzperlen haben. Wir geben denen natürlich ein Weihnachtsgeld, und sie revanchieren sich jedes Jahr mit unübertroffen fürchterlichen Aufmerksamkeiten, die man etwa so nötig braucht wie etwas vom Hundehaufen am Schuh. Dieses Jahr war es eine Flasche Badezusatz in einem Flaschenhalter-Gestell (Foto).

Hausgreuel

Die Greuel-Zuteilung erfolgt durch Würfeln. Zunächst wird um die eingepackten Geschenke gewürfelt. Wer eine 6 würfelt, nimmt ein Paket vom Haufen, so lange bis alle Pakete verteilt sind. Dann wird 10 Minuten um die eingepackten Geschenke gewürfelt. Wer jetzt eine 6 hat, darf und muss sein Paket gegen ein anderes nach seiner Wahl tauschen. Danach wird ausgepackt. Und dann wird noch einmal 10 Minuten erbittert gewürfelt was das Zeug hält, in der verzweifelten Hoffnung, das Zeug wieder loszuwerden, das man in der Hand hat.

Die Moral von der Geschicht: Das Leben ist ungerecht. Ausgerechnet hsv83, die Heldin der Entsorgung von Scheußlichkeiten und Gastgeberin, hielt am Ende unseren Badeschaum in den Händen, das mit Abstand greuslichste Greuel. Es bringt einen halt nicht weiter, ein gutes Herz zu haben!

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Hamsters Bootcamp

Unser Hamster heißt Cecilia. Er hat bei uns eine Festanstellung als Haushamster. Die Stellenbeschreibung umfasst die Aufgaben fressen und niedlich sein, entlohnt wird er mit freier Kost und Logis, einem regelmäßigen Käfig-Reinigungsservice sowie kostenlosen Tierarzt-Leistungen im Krankheitsfall. Obwohl Urlaub im Arbeitsvertrag nicht vorgesehen ist, haben wir über Weihnachten beschlossen, auch dem Hamster einen Urlaub zukommen zu lassen, sein erster.

Ein uns bekanntes Ehepaar schien uns geeignet. Beide eher kurz im Wuchs, Halter eines Fahrzeugs vom Typ Mini – das schien uns zum Hamstertier irgendwie passend. Die Wohnung der beiden war beheizt und trocken, Platz für einen Käfig vorhanden, einziges Manko der auserkorenen Gastgeber: fehlende Kenntnisse über Hamster und ihre Bedienung. Dem wurde mit einer Bedienungsanleitung (pdf) abgeholfen.

Kurzbedienungsanleitung für Hamster

Guter Dinge fuhren wir Cecilia zu ihrem Urlaubsdomizil in den Ostgebieten fernab hinter Adlershof. Plötzlich kamen die ersten Hilferufe als Kommentare in diesem Blog! Unser Hamster war in ein Bootcamp geraten! Er wurde manipuliert, dressiert, aufgehetzt.

Wir konnten ihn nur gegen einen Kasten Bier wieder freibekommen. Inzwischen beruhigt Cecilia sich langsam. Gestern hat sie ein ganzes Blatt Mangold verspeist.

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