In unserer Stofftierfeindlichen Welt kommt es nicht häufig vor, dass diese reisen und die Welt sehen dürfen, anstatt auf Sofas zu verstauben oder mit Kindersabber eingedeckt in Betten zu verschimmeln. Waltraud Mouton-Noir, die bekannte Aktivistin für Stofftierrechte, und ihre Lebensgefährtin Biggi haben sich ein Leben erstritten, von dem viele Stofftiere heute nur träumen können. Ihnen sei dieser Reisebericht gewidmet.
Formal wurden Flug und Hotel von zwei Menschen gebucht, wie es leider aufgrund der rechtlichen Diskriminierung von Stofftieren heute noch unumgänglich ist. Diese Menschen sind zum Teil auch auf den nachfolgenden Bildern zu sehen. Sie spielen aber keine Rolle außer der, dass sie nützlich waren.
Vier Tage Paris! Die weite Welt! Die Stadt der Liebe! Und das für zwei Stofftiere. Das Abenteuer konnte beginnen. Für Biggi war es nicht der erste Flug, aber Waltraud hatte mächtig Flugangst, auch wenn sie es sich natürlich nicht anmerken ließ.
Man hatte ein für Pariser Verhältnisse preiswertes Hotel in der Nähe des Gare du Nord gefunden, um die begleitenden Menschen irgendwo abzulegen. Für Stofftiere von Biggis und Waltrauds Größe war es groß genug, also lass die Menschen meckern! Sie nehmen sich eh immer zu wichtig. Es gab sogar einen kleinen Balkon. Abends sehr stimmungsvoll beleuchtet.
Am nächsten Tag ging es los mit den Besichtigungen. Wir ließen uns mit der Metro zum Arc de Triumphe fahren. (Der Mensch im Bild hat keine Bedeutung.)
Ganz in der Nähe ist auch eine Filiale von Lenôtre. Feinschmeckern muss ich nichts erklären. Der Rest soll sich schämen. Wir erwarben ein paar köstliche Macarons.
Gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Trocadero, von wo wir den Eiffel-Turm in Angriff nehmen wollten. Ein schöner Blick über die Seine, nicht wahr?
Oben war es ganz schön hoch! Aber Waltraud ist ja kein Hasenherz (im Gegenteil – das Herz eines schwarzen Schafes ist viel mutiger als das von Löwen und ähnlichem, das ist bewiesen!) und das schützende Gitter gab, obgleich es eher für Menschen als für Stofftiere gemacht war, doch etwas Sicherheit. So, das sind also Biggi, Waltraud und Paris. Passt irgendwie gut zusammen…
Ab der zweiten Ebene kann man den Eiffel-Turm zu Fuß besteigen. Unsere Schwächlinge von Menschen nahmen nur abwärts die Treppe. Aber ich wollte ja nicht von Nebensächlichkeiten reden! Viel wichtiger war die anschließende Pause mit Käse und Wein.
Wir ließen uns dann die Seine entlang bis auf die Ile de la Cité tragen. Dort war die Sainte Chapelle mit ihren berühmten Glasfenstern leider schon geschlossen. Es gelang unseren Versagern von Reise-Dienstleistern übrigens auch an den Folgetagen nicht, dort hineinzukommen. Am 20./21. war die Sainte Chapelle wegen einer Art Tag der Offenen Tür im benachbarten Justizpalast geschlossen und am 22. streikte einer der beiden Menschen beim Anblick der Menschenschlange vor dem Eingang. Wir haben mit den Versagern vereinbart, dass wir noch einmal nach Paris dürfen, um das nachzuholen. Aber zurück zum zweiten Reisetag. Da ging es dann weiter in das Viertel Les Halles, wo wir uns erschöpft vom vielen Menschen-Scheuchen sinken ließen und ein wohlverdientes Bier zu uns nahmen.
So gestärkt konnten wir noch das Centre Georges Pompidou aufsuchen, neben dem sich ein recht interessanter Brunnen befindet. Ein wenig nass für meinen Geschmack, aber hübsch.
Wir ließen den Abend dann bei Chartier in der Rue Faubourg-Montmartre Nr. 7 im 9. Bezirk ausklingen. Ein absolutes Muss für Paris, weil es einfach ein so klassisches Bistro ist, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, nicht nur wegen dem Innendekor aus der Jugendstil-Zeit. Der Kellner schreibt die Rechnung auf die Papierdecke, die Karte gibt es nur in französisch, auf einem fettigen, fünf mal gefalteten Zettel, der aber dennoch vom Gast sorgsam wieder eingesammelt wird. Die Speisen sind einfach und gut und für Pariser Verhältnisse traumhaft preiswert. Dafür hat man schnell zu Essen und zu gehen, damit der nächste Gast im Eiltempo abgefüttert werden kann.
… to be continued …











[...] ja schon an anderer Stelle berichtet, haben unsere Stofftiere uns zu einem Kurzurlaub nach Paris mitreisen lassen. Dort gibt [...]
[...] wir – das schwarze Schaf Waltraud und der winzige Tiger Biggi – letztes Jahr zusammen in Paris. Die beiden uns begleitenden Menschen waren etwas lästig (aber leider nötig, da unsere [...]