Verwendet Unwörter!
Januar 17, 2008 von dooorie
Eine Jury aus (vermutlich weit überwiegend männlichen) Experten hat “Herdprämie” zum Unwort des Jahres erkoren. Eine selten humorlose und politisch durchsichtige Entscheidung. Denn “Herdprämie” ist ein prima Wort. Es bezeichnet genau das, was es politisch bezwecken soll, nämlich bestimmte Leute aus dem Kampf um attraktive Arbeitsplätze zu verdrängen. Siehe dazu auch den Artikel aus der Zeit von vorgestern: http://www.zeit.de/online/2008/03/unwort-2007-herdpraemie
Ihr könnt mich mal, Jury. Herdprämie! Ätsch. Gleich nochmal: Herdprämie!
Und was noch viel verwerflicher ist: Das ist eh’ nicht mein Problem, ich krieg einfach keine Kinder. Basta.
Wir wäre es mit einer Gegenkamapgne zur Ehrenrettung des Begriffs Herdprämie ;-)??
Gegenkampagne! Das Wort elektrisierte. Das Ergebnis: Ein Feuerwerk spritziger Kommunikationsmaßnahmen:
“Ich sehe da Crossmarketing Potenziale und STRATEGISCHE Kooperationen mit der Hypo und Miele. Hmm und dann brauchen wir noch ein TESTIMONIAL…“
(Klar!)
“…die Herrmann geht nun nicht mehr oder gerade doch - als crazy Antitestimonial.“
(Ich glaub jetzt hackts! ANTITESTIMONIAL! Dem ham se doch beim Kommunikationskongress das Hirn geklaut!)
.
“… und was noch? Verdammt! Ne STRATEGIE oder zumindest ‘ne gute Leitidee - ohne die geht nix! Die muss dann die Leute da abholen, wo sie stehen…”
(Wie “wo sie stehen” - etwa am Herd???!)
„Am besten so was DIALOGISCHES..“
(es geht ja um ein Wort - logo!)
„..und interaktiv muss es auch sein!“
(denn wenn es nicht INTERAKTIV ist, werden die Leute nicht geflasht!)
Übrigens: 1971 war das Wort des Jahres “aufmüpfig”!
Wie gut dass ich Leute von einer STRATEGISCH denkenden Agentur kenne. Sonst wär ick echt jeschmissen.
Vorwerk hat doch diesen Spot mit der Frau, die auf einer Party erklärt, dass sie Managerin eines kleinen Familienunternehmens ist.
Das ist unser strategischer Partner!!!