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Das ideale Wochenende…

… besteht leider auch nur aus zwei Tagen. Weswegen dessen Dichte erhöht werden muss, damit es ein ausbalancierendes Gegengewicht zur Woche bilden kann, die mit 5 Tagen die größere Ausdehnung besitzt. So weit zur Physik des idealen Wochenendes.

Kommen wir nun zur Praxis. Die Case Study, die ich hier vorstellen möchte beginnt mit einem Freitag abend in unserem externen Wohnzimmer, dem Café Oberwasser. Das Oberwasser ist schon allein wegen Ursulas großartiger Bratkartoffeln, Suppen und Spätzle eine Reise wert, aber am Freitag brachte dort ein Duo, dessen Name mir leider entfallen ist, Songs von Tom Waits zu Gehör. Mit einer hellen Frauenstimme, begleitet von Quetschkommode, Tuba und Glockenspiel. Es war so schräg, wie es klingt. Und wunderbar.

Samstag streiften wir über den Kollwitzmarkt, ich vollzog mein alljährliches Bärlauch-Ritual, und abends trafen wir uns in einer Runde von Freunden, verspeisten den göttlichen Hackbraten von MOZ, und führten mit Hilfe diverser alkoholischer Getränke völlig ermüdungsfrei Debatten über so sedative Themen wie “Feminismus heute?” – ehrlich gesagt kann ich heute kaum mehr glauben, dass wir das wirklich getan haben, und wir hatten auch noch Spaß dabei!

Sonntag haben wir verschlafen, wie sich das gehört, rappelten uns dann aber doch recht behende aus den Federn und auf in die Ausstellung von Annie Leibovitz im Postfuhramt in Berlin, ich liebe ja ihre Fotos, da braucht man nicht viel mehr dazu zu sagen. Leider ist die Ausstellung so umfangreich nicht, aber auch das hatte sein Gutes, denn draußen lockte das herrlichste Wetter, weswegen wir zu Fuß nach Hause streiften, nicht ohne unterwegs im Café Fleury am Weinbergspark noch köstliche französische Tartes zu verspeisen.

Aber wir mussten dann auch schon gleich wieder aufbrechen, nach Lichterfelde. Rüdiger Kebe hatte uns eingeladen zu einem Hauskonzert bei Leuten, die wir gar nicht kannten. Dort spielten Swim (leider gibt’s bei lastfm noch nix zu denen), zu zweit, unplugged, schöne Popsongs. Dann rockte Rüdiger gemeinsam mit dem Freund seiner Tochter an den Percussions. Und schließlich gab Dana Cooper seine klassischen singer/songwriter-Weisen mit Gitarre und Mundharmonika zum Besten, alles in einem ganz normalen Wohnzimmer, vor 40 per Mail und Mundpropaganda zusammengetrammelten Leuten, für den Obulus einer Hut-Kollekte.

Als Frau Dr. G. und ich uns dann auf dem heimischen Sofa lümmelten, in der Hand einen Teller Nudeln mit Bärlauchpesto, und uns noch eine Folge “The L-Word” auf DVD reinzogen, da hatten wir wirklich ein Wochenende gehabt, dass es mit der Woche aufnehmen kann, komme was da wolle.

Vorsicht Ohrwurm

Jetzt wo es mal wieder so weit ist fällt mir auf, dass ich das ewig nicht mehr hatte: ein ausgesprochenes Lieblingslied. Früher hab ich eingentlich immer irgend einen Favoriten gehabt, den ich rauf und runter gespielt und grottenfalsch mitgesungen habe, aber Musik hat allgemein an Bedeutung verloren für mich. Ich kann tagelang ohne auskommen, ohne dass es mir auch nur auffällt.
Nun also Natasha Bedingfield. Die ist sonst wirklich nicht mein Ding. Dance-Music sowieso nicht, dieses leicht hysterische Mädchengewackel. Aber ein Song von ihr, ein einziger Song, der ist ganz groß. Rätselhaft.
“Soulmate” anzuhören erfolgt auf eigene Gefahr, wegen Vermus Auris, dem gemeinen Ohrwurm.

Es ist nicht ganz einfach, in diesen Tagen einer von jenen Leuten zu sein, die für Aktienkurse und andere wirtschaftliche Kennziffern Verantwortung tragen müssen. Ich stelle mir das vor, wie man den Konferenzraum betritt,  sein Laptop aufklappt, tief Luft holt, einen Seufzer unterdrückt und angestrengt versucht, überhaupt keinen Gesichtsausdruck zu haben. Tja, und dann wirft man diese Grafiken auf die Wand und denkt dabei krampfhaft an den Martini nach der Präsentation. Spaß macht das sicher nicht.

Aber es gibt Trost! Kreative Geister haben die Charts mit Musik vertont. Das ist vielleicht die bessere Alternative zum gesprochenen Text. Beide erhellen nichts. Aber letztere bringt wenigstens die Stimmung ein wenig hoch. Schaut selbst:

R2D2 kleiner Freund

Als Frau Dr. gestern die Treppen hochkam fand sie die Wohnungstür versperrt. “Moment noch,” rief es von innen. Minuten später durfte sie eintreten und fand eine Spur von Zetteln, die ihr mit Pfeilen den Weg zu einer “Unterstützung” wiesen. “Nicht mehr allein auf verlorenem Posten” wies ein Zettel geradeaus, “sondern” zeigte es nach links zum letzten Zettel, der verhieß: “zu zweit”. Und da stand ER.

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Das ist R2D2. Er steht der Frau Dr. bei im ewig schon verlorenen und doch nie endenden Kampf gegen die Geißel aller Zeitgenossen mit zu guter Sehkraft. Den ewigen Fluch, der da heißt KRÜMEL auffe Tische. R2D2 ist ein Tischstaubsauger.

Er ist nicht größer als eine Apfelsine, summt wie ein Rasierapparat und saugt Krümel, so lange seine Batterien den Saft dafür hergeben. Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Frau Dr. leugnet es noch, aber ich weiß sein Summen hat ihr Herz erobert. Zwischen den Beiden ist so ein Verständnis, ein Gleichklang der Gedanken seit dem ersten Drücken auf sein schwarzes Knöpflein – summ! Klar ist: Nichts und niemand kann zwischen die beiden treten. Denn nichts schweißt so sehr zusammen wie der gemeinsame Kampf für eine gute Sache. Auch wenn der nicht zu gewinnen ist.

Wir hatten schon seit Wochen den Verdacht, dass es um unseren Haushamster nicht zum Besten steht. Cecilia ließ sich immer seltener außerhalb ihres Baus blicken, aß nur im Schutz der Dunkelheit rasch ein paar Salatblätter oder etwas Möhre, räumte den frisch aufgefüllten Napf in ihr Nest um, und das war es dann. Wortkarg war Cecilia ja schon immer, aber wir kannten sie noch als lebendige junge Hamsterin, mit Sturm und Drang ihr Hamsterrad antreibend und mit waghalsigen Klettermanövern die in den Käfig gehängten Knusperstangen vertilgend.

Wir wissen, Cecilia hatte auch eine dunkle, zweite Seite. Von der wusste nur ein Ehepaar aus Altglienicke, bei dem sie unter dem Decknamen Bernadette ausleben konnte, wozu sie zu Hause in Berlin Mitte nicht das Recht zu haben meinte. Sie hat dort passiv geraucht, Duran Duran (sprich: Duhrann) gehört und “Dynamo, Dynamo!” gerufen – und noch vieles mehr, von dem wir nichts wissen und wohl auch nie mehr erfahren werden. Es schmerzt uns heute, dass sie uns zu einem so wichtigen Teil ihres Lebens keinen Zugang gewähren wollte, und wir müssen uns selbstkritisch fragen, ob es uns an Offenheit gefehlt hat.

So vieles gäbe es zu besprechen. Aber uns war die Zeit nicht mehr gegeben. Dennoch – tief im Herzen habe ich die Gewissheit, dass Cecilia (Bernadette) immer gewusst hat, dass wir sie als ganzen Hamster akzeptieren, mit allen ihren Facetten und auch mit ihren Abgründen. Cecilia ist die Letzte ihrer Art, denn einen neuen Hamster hat der Allergiearzt von Frau Dr. G. untersagt. Wir werden sie in Erinnerung behalten, als das knopfaugigste und tiefgründigste Hamsterchen, das je in unserem Wohnzimmer gelebt hat.

Wir bitten von Kranzspenden abzusehen und würden uns stattdessen über eine Beileidsbekundung in den Kommentaren freuen.

Der Nudelmaschinen-Außenbordmotor ist ein unverzichtbares Utensil für alle Nudelhersteller, die mit nur zwei Armen ausgestattet sind. Die indische Gottheit mit den vielen Armen, deren Name mir grad nicht erinnerlich ist, bräuchte sowas natürlich nicht. Sie würde mit einer Hand Nudelnteig in die Maschine einfüllen, mit der zweiten Kurbeln, mit einer dritten Hand die Teigbahn entgegen nehmen, mit zwei weiteren Händen Zwiebeln schneiden und mit der sechsten Hand im Topf rühren.

Mir aber ist mein Außenbordmotor eine Ode wert. Er war gar nicht teuer, so etwa 60 Euro. Er passt in alle handelsüblichen Nudelmaschinen. Okay, er lärmt fürchterlich und hübsch ist er auch nicht. Aber fleißig. Erst gestern abend war er wieder im Einsatz.

Mit nur zwei Armen Nudelteig herstellen - das geht

Mit nur zwei Armen Nudelteig herstellen - das geht

Okay, und jetzt gibt es auch noch das Rezept dazu.

Lasagne üppig

für 6 Personen

Aus 5 Eiern und 500g Hartweizengrieß oder Mehl wie hier einen Nudelteig herstellen, bis Stufe 5 der Nudelmaschine auswalzen. Der frische Teig wird roh verarbeitet.

Aus 500g Hack (nach Geschmack gemischt, Rind, oder auch Lamm), 1 großen Dose Tomaten (oder zur Saison im Spätsommer 1 Kilo frische Tomaten enthäutet), 2 Zwiebeln, etwas Speck, 1 Bd. Suppengrün, einem Schluck Rotwein die Bolognese-Sauce kochen. Wer es italienischer mag, muss noch etwas Leber dazutun, statt Speck Salsicce nehmen, und natürlich Thymian und Oregano. Nicht am Knoblauch sparen! Chili kann auch rein. Alle Saucen müssen relativ fest sein, damit die Lasagne am Schluss nicht auseinanderläuft.

Die Bechamelsauce wird aus 30-40g Butter, 3 Esslöffeln Mehl, 500 ml Kochsahne und 500 ml Milch gekocht und mit Salz, Pfeffer, 1-2 Tl. abgeriebener Schale einer ungespritzten Zitrone und reichlich frisch geriebener Musskatnuss gewürzt.

Als dritte Füllung kommt bei Lasagne üppig auch noch Blattspinat dazu, (eineinhalb Pakete à 450g tiefkekühlt) der gedünstet und mit Muskat, Salz, Pfeffer und nach Geschmack noch Knofi angemacht wurde.

Geschichtet wird abwechselnd eine Lage Bolognesesauce mit  Bechamel, dann Nudel, dann Spinat mit klein gezupftem Mozzarella (drei Pakete werden da verbraucht), und wieder Nudel. Zum Schluss ein Deckel mit Nudelbahnen, auf den noch mal Bechamelsauce verstreichen, diese großzügig mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und die Form (oder die Formen, wir brauchten gestern 2) bei 160° Umluft oder 180° Ober-/Unterhitze für 45 Minuten in den Ofen tun.

Im Frankfurter Kommunikationsmuseum leistet man sich einen klaren und unverstellten Blick auf die Kommunikationsteilnehmer als solche. Bevor jetzt gelacht wird: das sollen wir sein, Sie und ich.

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Wenn Sie sich damit nicht identifizieren können, gibt es allerdings eine Alternative.

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Jetzt wissen wir auch endlich, wer an unsinnigen und gefährlichen Fehlentwicklungen wie der verdachtsunabhängigen und flächendeckenden Vorratsdatenspeicherung unserer gesamten Telefonate, Mails und Internetverbindungen schuld ist. Das ist nicht der arme behinderte Minister, nicht die arme, an Rechtspolitik völlig desinteressierte aber leider, leider nun mal zuständige Ministerin, das ist, mal wieder: Das schwarze Schaf.

Weil es schwarze Schafe in der Kommunikation gibt, wie dieses Foto beweist, muss es Überwachung geben. Der weißen Schafe. Ist doch logisch, oder?

Danke an Petra!

Frau Dr. G. zum Beispiel war gestern nicht besonders angetan, obwohl ich ihr so liebevoll zum Geburtstag gratuliert habe.

Wer uns kennt, der weiß es: Bei Frau Dr. G. und mir wird für jede Niedertracht und Gemeinheit, egal ob verbal, durch Gesten, Blogeinträge oder einfach nur ein Grinsen verübt, pauschal ein Euro Strafe fällig. Die vielen vielen Euros wandern in eine gemeinsame Kasse, und aus dem Guthaben dieser Kasse wird jährlich eine kurze Städtereise finanziert. Geburtstage sind immer ein teurer Spaß, gestern kamen mindestens 5 zu zahlende Euro auf meine Seite der Kreidetafel.

Andererseits bin ich mit dieser Form der Konfliktregulierung wirklich sehr gut bedient. In anderen Ländern wird da gerne gleich mal sehr viel härter durchgegriffen.  Offenbar werden in den USA so häufig Ehepartner aufgrund ihrer Gemeinheiten umgelegt, dass sich diese Form der Sühne inzwischen professionalisiert hat.  Failblog hat einen typischen Anbieter für uns aufgetrieben:

killwifefail

Keinen Tag älter

Falls nicht ohnehin schon bekannt, möchte ich die werten Leserinnen und Leser auf den Umstand hinweisen, dass Frau Dr. G. heute Geburtstag feiert. Es ist nicht der erste und auch nicht der zweite Geburtstag. Aber was ist schon eine Zahl: wesentlich ist doch, wie jung und unverbraucht ein Mensch aussieht, wirkt, im Wesen und im Geiste ist.

Und da, finde ich, kann Frau Dr. G. durchaus mit der Jugend mithalten!

Keinen Tag älter als fünf

Keinen Tag älter als fünf

Herzlichen Glückwunsch!

Unser Hamster ist kriminell!

Zutiefst erschüttert muss ich feststellen, dass unser Hamster Cecilia offenbar während seiner Abwesenheit anlässlich der diversen Jahresendfeierlichkeiten nicht nur umbenannt und gehirngewaschen worden ist, sondern auch noch unter dem falschen Namen “Rodney Stanger” ein Kapitalverbrechen begangen hat.

Ich grübele noch, wie er es in der kurzen Zeit bis an die Ostküste der USA und zurück schaffen konnte. Hier liegt der Verdacht der Beihilfe nahe, der sich gegen ein mir bekanntes Ehepaar aus Altglienicke richtet, dem der Hamster eigentlich zur getreulichen Pflege übergeben worden war.

Hier die belastenden Indizien:

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