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Darf ich Sie mal was fragen, sagte die Marktfrau. Was machen Sie mit so viel Bärlauch?

Tjaaaa… Det fragste dir, wa? 

Hier ist es zu sehen, was ich damit mache:

Die kleine heimische Bärlauch-Manufaktur

Bärlauch-Pesto kommt für mich gleich nach Pesto Genovese, also dem klassischen aus Basilikum. Allerdings nur, wenn es selbstgemacht ist. Während man Basilikum-Pesto inzwischen auch in Deutschland in ganz vernünftiger Qualität kaufen kann (was natürlich nicht bedeutet, dass es an selbst gemachtes oder solches aus Ligurien heranreicht), habe ich an fertigem Bärlauch-Pesto bis jetzt noch nichts bekommen, das mich überzeugt hätte.

Also selber machen. Problem dabei: Bärlauch gibt es immer nur sehr kurze Zeit frisch zu kaufen. Aber man kann es gut konservieren. Here’s how: Man nehme 1,5 Kilo Bärlauch, einen halben Liter bestes Olivenöl, Küchentücher aus Papier, Salz, ein Messer, eine Küchenmaschine (Hackmesser), sowie 10 kleine Schraubgläser, in denen zum Beispiel früher mal je 200g Pesto drin gewesen waren.

Den Bärlauch waschen und von Waldboden-Bestandteilen säubern. Ansonsten kann man ihn komplett verarbeiten. Die Pflanzen sollten mit einem Messer kleingeschnitten werden, bevor man sie in die Küchenmaschine gibt, sonst wickeln sich die Fasern der Pflanzen um das Messer. Dann gibt man sie Portionsweise mit Olivenöl in den Häcksler und füllt sie dann in Gläser, und zwar bis einen halben Zentimeter unter dem Rand. Man stopft schön fest, damit keine Luft im Glas ist, außerdem macht man die Masse oben möglichst glatt. Mit dem Küchenpapier reinigt man dann den Rand des Glases, streut eine dünne Schicht Salz auf den Bärlauch und gießt eine Schicht Olivenöl darüber. Zuschrauben. Das hält ein ganzes Jahr im Kühlschrank frisch, ohne Probleme. Bis der ganze Bärlauch verarbeitet ist, ist man etwa zwei Stunden beschäftigt.

Aber dafür ist das Essen dann ganz rasch fertig. Einfach so ein Glas auf heiße gekochte Nudeln geben, etwas von dem Kochwasser und / oder noch mehr Olivenöl dazu, und natürlich reichlich Parmesan. Je nach Geschmack und Vorratslage röstet man sich Pinienkerne und gibt sie dazu, oder gehackte Walnüsse, oder getrocknete Tomaten. Lecker! Knoblauch muss nicht rein, denn das ist ja quasi schon der Bärlauch.

Homeoffice

Für bestimmte ehemalige Kollegen, die in der Hamsterrad-Branche tätig sind, ist “Homeoffice” vielleicht ein erklärungsbedürftiger Begriff. Er bedeutet, sich nicht - ich wiederhole: nicht - zur Arbeitsstätte begeben zu müssen, wiewohl weder eine Krankschreibung noch Urlaub vorliegt. Das ist eigentlich schon alles.

In manchen Branchen und / oder Betrieben wird erwartet, dass aus dieser Situation Arbeitsergebnisse entstehen. Manchmal ist es nicht möglich, diese nach der Art Potemkin’scher Dörfer vorzuzeigen ohne allzu viel Zeit in ihre Erstellung zu investieren. Das nennt man dann Pech.

Ich genieße gerade zwei Wochen dieser Situation, weil unser Büro komplett renoviert wird und nicht benutzbar ist. Zu meinem großen Bedauern muss ich hin und wieder tatsächlich etwas arbeiten, aber ich muss es nicht übertreiben damit.

So weit erstmal. Ich lege jetzt eine Gedenkminute für bestimmte ehemalige Kollegen ein, und dann mache ich mir die Fußnägel.

Risotto mit Seespargel

Diese etwas dickeren, quietschgrünen Algen, die fast wie grüner Spargel aussehen und auch “Spargel des Meeres” genannt werden, sind ja zurzeit total angesagt. Lecker sind sie aber auch noch. Und man kann sie in Risotto tun.

Nur auf eines muss man aufpassen: auf Salz. Die Dinger sind nämlich schon gesalzen, von innen! Ich empfehle folgendes zur Nachahmung: 100g Algen in ungesalzenem Wasser 2-3 Minuten blanchieren, mit dem Schaumlöffel herausnehmen. Das grüne Kochwasser weiterverwenden, indem man eine gute Gemüsebrühe (ich empfehle die Gemüsepaste von Jürgen Langbein, die ist nämlich ohne Glutamat) und etwas Fischfond (einen sehr leckeren konzentrierten Fischfond gibt es bei Lindenberg, von der Firma Oscar aus Dänemark) mischt. Kosten, dass es nicht zu salzig wird. Und etwas abgeriebene Zitronenschale hinein, das gibt den Pfiff. Dann ganz normal den Risotto zubereiten. Wir hatten keine Zwiebeln im Haus - es ging auch ohne. Stattdessen haben wir 100g Sellerieknolle fein gewürfelt angebraten, den Reis dazu und mit Weißwein (noch aus dem letzten Urlaub ein Vernaccia di San Gimignano) abgelöscht, und dann mit der köchelnden Brühe immer wieder aufgegossen und gerührt. Knofi sollte noch dazu. Kurz bevor der Risotto al Dente war, haben wir ein Paar Garnelen und ein paar Calamaretti in Olivenöl gebraten. Die Algen wurden unter den Risotto gemengt, Butter und Parmesan dazu, und dann der Fisch auf dem Teller dekorativ neben den Risotto gelegt. Sehr lecker das alles.

Nur der Tatort heute abend hat enttäuscht. Man kann nicht alles haben.

Das ungetestete Rezept

Lange Autofahrten eignen sich hervorragend, um sich neue Rezepte auszudenken. Am letzten Wochenende sind wir mal wieder 500 Kilometer quer durch die Republik gefahren, damit ich meine Schwiegermutter abermals beim Scrabble besiegen konnte. Ohne Betuppen! (Sie versucht es immer!)

Es muss irgendwo im “Land der Frühausteher” gewesen sein, wo wir immer fürchten, festgehalten und zwangsweise eingebürgert zu werden, weil der Wecker bei uns in der Woche grausam zeitig seine Befehle erteilt. Da sann ich mal wieder über Pasta nach.

Wenn wir Pasta selber machen, wird sie in der Regel gefüllt. Die bisherigen Ergebnisse mit selbst gemachten Tagiatelle überzeugten mich nicht, dass Aufwand und Nutzen im richtigen Verhältnis stehen. Man kann nämlich  hervorragende getrocknete Tagiatelle kaufen, die sind hübsch gleichmäßig geschnitten, sie kleben nicht am Pastaständer fest und schmecken wie frisch gemacht.

Bei gefüllter Pasta ist das anders. Getrocknete Tortellini sind indiskutabel. Die Füllung schmeckt wie trockenes Hundefutter (wahrscheinlich ist es das auch), und kriegt man sie weich, wird es auch nicht besser. Aber auch frische gekaufte Tortellini, Ravioli u.s.w. schmecken nie so wie selbst gemacht. Die aus dem Supermarkt sowieso nicht. Aber sogar die von den kleinen Marktständen, die im Urlaub in Ligurien beim Feinkosthändler gekauften: sie alle sind zwar lecker und ihr Geld wert. Aber mit eigenen Händen frisch gemacht ist irgendwie besser.

Hier nun meine Rezept-Idee:

Ravioli mit Sellerie und Tomaten-Sahnesauce 

Man nehme eine halbe große Sellerieknolle, oder eine ganze kleine (roh und geschält etwa 500g)
400g Hartweizengrieß (der für Pasta, nicht für Grießklößchen!) oder Mehl oder eine Mischung aus beidem
3-4 Eier (je nach Größe)
1 Büffelmozzarella
500g enthäutete frische Tomaten (im Winter und im Frühjahr lieber gute Dosentomaten nehmen als das blasse Gewächshauszeug)
1 Zwiebel
etwas glatte Petersilie
etwas guten Sherry Amontillado
1 / 2 Becher süße Sahne oder 2 Eßlöfflel Mascarpone
1 geh. Teelöffel abgeriebene Zitronenschale
einige Spritzer Zitronensaft
Olivenöl

Aus dem Mehl oder Grieß, den Eiern und eventuell etwas Wasser einen geschmeidigen, aber festen Teig kneten, in Klarsichtfolie einschlagen und ruhen lassen.

Währenddessen den Sellerie in dünne Scheiben schneiden und portionsweise in der Pfanne in Olivenöl braten, bis er ganz weich und ein wenig gebräunt ist. Den Sellerie dann mit der Gabel zerdrücken, mit Zitronenschale, Salz, Pfeffer, und Zitronensaft abschmecken. Den Morrarella sehr klein zerpflücken und untermengen. Fertig ist die Füllung.

Für die Sauce eine Zwiebel klein schneiden und in Olivenöl glasig dünsten, Tomaten und Sherry zugeben, gut einköcheln lassen und mit Salz und Pfeffer, eventuell auch mit einer Prise Zucker würzen (vor allem frische Tomaten sind manchmal zu säuerlich). Kurz vor dem Servieren kommt die Sahne dazu, dann wird noch einmal abgeschmeckt.

Vorher müssen aber noch die Pasta gemacht werden. Teig durch die Nudelmaschine geben und stufenweise fein ausrollen (Stärke 5 mindestens). Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen immer gut einmehlen, damit er nicht klebt und reißt. Die Füllung teelöffelweise auf den Teig setzen, den Teig um die Füllung herum mit Wasser befeuchten, dann umklappen und gut andrücken. Es soll möglichst keine Luft zusammen mit der Füllung eingeschlossen werden. Die Nudeln trennt man am Besten mit einem Teigroller, ein Messer geht aber auch. Sie kochen nur wenige Minuten, je nach Größe 2-3.

Auf die Teller würde ich zuerst etwas Sauce geben, dann feingehackte Petersilie streuen und schließlich die Nudeln obenauf. Ich bin mir nicht sicher, ob Parmesan dazu passt, das müsste der Erste, der sich an das Rezept wagt, probieren.

Vielleicht bin ich das ja. Ich stelle es mir großartig vor. Ich liebe Sellerie, wenn er gut gar ist, am liebsten gebraten. Früher haben wir oft die gebratenen Selleriescheiben auf Toast gelegt und mit Mozzarella überbacken. Das nannten wir “Toast Bohei” - köstlich.

Das Oberwasserrad über Ursulas Tür

Ich hab’ lieber Oberwasser als Oberhand oder gar oberhaupt nichts von alledem. Der Grund ist Ursula.  Ursula, das schwarze Schaf unter den Wirtinnen und Wirten Berlins, hauptsächlich wegen ihrer Intelligenz und ihrer Kunst, normale Gäste (weiße Schafe) einzuschüchtern, ohne so richtig zu wissen wie ihr das gelingt.

Für andere schwarze Schafe ist sie wie das reizendste Mutterschaf. Ursula erkennt ihresgleichen ziemlich schnell, und befördert die Auserwählten dann zur Elite ihrer Gäste, die begrüßt wird mit Küsschen links und Küsschen rechts. Wer derart privilegiert ist, braucht ihre scharfe Zunge nicht zu fürchten, sondern kann sie in der Form ihres ausgiebigen Lästerns genießen.

Mittlerweile schart Ursula eine ziemlich umfangreiche Herde schwarzer Schafe auf ihrer Weide Oberwasser um sich, wo sie würziges Staropramen vom Fass grasen, und sich an den handgemachten Köstlichkeiten aus ihrer Küche laben. Selbstgesammelte Pilze. Frische Spätzle. Köstliche Bratkartoffeln. Herrliche Suppen. Geduld ist mitzubringen, denn Ursula macht alles selbst, und immer schön nacheinander. Wer nach seinem Essen blökt, entlarvt sich als weißes Schaf. Also heißt es Haltung bewahren!

Zur Herde gehören auch viele Musiker, weswegen es oft Hausmusik gibt im Oberwasser. Mal ist es Jazz, mal Klezmer, mal Swing, mal Blues, mal Tango, und immer unplugged. Merkwürdiges wie verjazzte Weihnachtslieder mit zwei Saxofonen, in der Qualität stark schwankendes wie der Klezmer-Stammtisch an jedem 15., geniales wie Tango mit zwei Akkordeons oder einfach Gassenhauer mit Geige und Klavier. Es lohnt sich immer, hinzugehen wenn Ursula anruft und sagt: “Wollt ihr nicht kommen, ich mach wieder ein Konzert.”

Externes Wohnzimmer gesucht? Ich empfehle Zionskirchstraße Nr. 6, vielleicht ist sogar noch ein Platz auf dem Sofa frei…

Gemeine Diskriminierung

Oh wie unfair ist das, was Forscher jetzt herausgefunden haben: Schwarze Schafe sterben früher! Dabei sind sie größer und kräftiger als weiße Schafe, die zudem (wie der Bericht nicht schreibt aber die Lebenserfahrung lehrt) langweilig und doof sind.

Das Gen, das die dunkle Fellfarbe bei den erforschten Schafen bestimmt, sei untrennbar mit anderen Erbanlagen verknüpft, die den dunklen Tieren eine schlechtere Gesundheit bescheren. Behaupten jedenfalls die Forscher. Aber ich meine die sind nur verbohrt, und mit dieser Genkiste total auf der falschen Fährte.

Denn schwarze Schafe leben wild und gefährlich. Sie haben weder Bausparvertrag noch Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sind echt cool, bäh Mann! Sie scheuen kein Risiko, verstehste? Bäh!

Wahrscheinlich sind die Forscher von der GWS (Gemeinschaft weißer Schafe) finanziert. Könnte das mal jemand aufdecken?

Verwendet Unwörter!

Eine Jury aus (vermutlich weit überwiegend männlichen) Experten hat “Herdprämie” zum Unwort des Jahres erkoren. Eine selten humorlose und politisch durchsichtige Entscheidung. Denn “Herdprämie” ist ein prima Wort. Es bezeichnet genau das, was es politisch bezwecken soll, nämlich bestimmte Leute aus dem Kampf um attraktive Arbeitsplätze zu verdrängen. Siehe dazu auch den Artikel aus der Zeit von vorgestern: http://www.zeit.de/online/2008/03/unwort-2007-herdpraemie

Ihr könnt mich mal, Jury. Herdprämie! Ätsch. Gleich nochmal: Herdprämie!

Und was noch viel verwerflicher ist: Das ist eh’ nicht mein Problem, ich krieg einfach keine Kinder. Basta.

Geschenk des Grauens

Hier ist es nun an der Zeit, einmal einen Dank auszusprechen. Und zwar an hsv83, der das Verdienst gebührt, mir einmal im Jahr eine Riesenchance zu bieten, die freilich auch verbunden ist mit einem ganz erheblichen Risiko. Die Rede ist von einer Hausgreuel-Party, welche hsv83 alljährlich nach der weihnachtlichen Geschenksaison veranstaltet. Die Regel ist einfach: Jeder bringt das fürchterlichste Unding aus seinem Haushalt mit, packt es hübsch ein, und jeder geht etliche Biere später mit irgendeinem fürchterlichen Greuel wieder nach Hause.

Wir haben nun an Hausgreueln keinen Mangel. Das liegt daran, dass wir ganz reizende nette Putzperlen haben. Wir geben denen natürlich ein Weihnachtsgeld, und sie revanchieren sich jedes Jahr mit unübertroffen fürchterlichen Aufmerksamkeiten, die man etwa so nötig braucht wie etwas vom Hundehaufen am Schuh. Dieses Jahr war es eine Flasche Badezusatz in einem Flaschenhalter-Gestell (Foto).

Hausgreuel

Die Greuel-Zuteilung erfolgt durch Würfeln. Zunächst wird um die eingepackten Geschenke gewürfelt. Wer eine 6 würfelt, nimmt ein Paket vom Haufen, so lange bis alle Pakete verteilt sind. Dann wird 10 Minuten um die eingepackten Geschenke gewürfelt. Wer jetzt eine 6 hat, darf und muss sein Paket gegen ein anderes nach seiner Wahl tauschen. Danach wird ausgepackt. Und dann wird noch einmal 10 Minuten erbittert gewürfelt was das Zeug hält, in der verzweifelten Hoffnung, das Zeug wieder loszuwerden, das man in der Hand hat.

Die Moral von der Geschicht: Das Leben ist ungerecht. Ausgerechnet hsv83, die Heldin der Entsorgung von Scheußlichkeiten und Gastgeberin, hielt am Ende unseren Badeschaum in den Händen, das mit Abstand greuslichste Greuel. Es bringt einen halt nicht weiter, ein gutes Herz zu haben!

Hamsters Bootcamp

Unser Hamster heißt Cecilia. Er hat bei uns eine Festanstellung als Haushamster. Die Stellenbeschreibung umfasst die Aufgaben fressen und niedlich sein, entlohnt wird er mit freier Kost und Logis, einem regelmäßigen Käfig-Reinigungsservice sowie kostenlosen Tierarzt-Leistungen im Krankheitsfall. Obwohl Urlaub im Arbeitsvertrag nicht vorgesehen ist, haben wir über Weihnachten beschlossen, auch dem Hamster einen Urlaub zukommen zu lassen, sein erster.

Ein uns bekanntes Ehepaar schien uns geeignet. Beide eher kurz im Wuchs, Halter eines Fahrzeugs vom Typ Mini - das schien uns zum Hamstertier irgendwie passend. Die Wohnung der beiden war beheizt und trocken, Platz für einen Käfig vorhanden, einziges Manko der auserkorenen Gastgeber: fehlende Kenntnisse über Hamster und ihre Bedienung. Dem wurde mit einer Bedienungsanleitung (pdf) abgeholfen.

Kurzbedienungsanleitung für Hamster

Guter Dinge fuhren wir Cecilia zu ihrem Urlaubsdomizil in den Ostgebieten fernab hinter Adlershof. Plötzlich kamen die ersten Hilferufe als Kommentare in diesem Blog! Unser Hamster war in ein Bootcamp geraten! Er wurde manipuliert, dressiert, aufgehetzt.

Wir konnten ihn nur gegen einen Kasten Bier wieder freibekommen. Inzwischen beruhigt Cecilia sich langsam. Gestern hat sie ein ganzes Blatt Mangold verspeist.

…sind mit Vanillekürbis und Rinderfilet gefüllte groß-Ravioli.

Man nehme für 4 Personen als ersten Gang eines Menüs italienischer Art:
3 große Eier
300g Hartweizengrieß für Pasta (Achtung: der Hartweizengrieß für Grießklößchen ist nicht geeignet), oder alternativ normales Mehl
500g Hokaido-Kürbis
200g Rinderfilet, in einer möglichst dicken Scheibe geschnitten
1 Vanilleschote
3 Kardamom-Kapseln
50 g Butter
Olivenöl zum Braten und für den Nudelteig
Salz, Pfeffer

Zuerst den Teig für die Nudeln herstellen: Eier, Hartweizen, einen Spritzer Olivenöl und etwas Salz zu einem festen, aber geschmeidigen Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas mehr von dem Grieß oder ein paar Tropfen Wasser dazu geben. Den Teig in Folie einschlagen und ruhen lassen.

Dann den Kürbis in Spalten zerteilen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Im Backofen bei 180 Grad Umluft etwa 35 minuten garen, bis er weich ist. Man kann übrigens sehr gut mehr davon garen und ihn auf Vorrat einfrieren.

In der Zwischenzeit das Filet kräftig anbraten, aber auf keinen Fall zu durch werden lassen, es muss innen sehr englisch sein, denn es gart später in der Füllung noch nach. Das Filet erst auskühlen lassen (sonst verliert es zuviel Saft), und dann in Würfel von etwa 5mm Kantenlänge schneiden. Austretenden Fleischsaft auffangen.

Den gegarten Kürbis mit einem Pürierstab oder mit einer Gabel musen. Das Mark der Vanilleschote auskratzen und zusammen mit den Fleischwürfeln und dem Fleischsaft untermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Nudelteig mit der Nudelmaschine auf Stärke 5 oder mit einem Nudelholz dünn ausrollen. Auf breite Streifen Nudelteig von etwa 15 cm wird im Abstand von 7,5 cm ein ordentlicher Klecks der Füllung gesetzt. Um die Füllung herum wird der Teig mit einem nassen Finger befeuchtet, dann klappt man den Teigstreifen längs zusammen. Aufpassen, dass möglichst keine Luftblasen in der Füllung bleiben, die geben der Nudel im Kochwasser zu viel Auftrieb.  Den Teig um die Füllung herum gut andücken und die fertigen Ravioli, die  mit einem Messer oder einem Rädelchen teilen.  Fertiggestellte Ravioli gut einmehlen (! wichtig! kleben sonst wie Hölle) und auf ein Brett legen, nächsten Teigstreifen belegen, u.s.w. Herauskommen sollten pro Person 2-3 von den großen Teigtaschen, etwa so groß wie Maultaschen.

Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser 3-4 Minuten kochen. Währenddessen die Teller vorwärmen und die Butter zerlassen. Die ausgekratzte Vanilleschote (so etwas wirft man nie weg!) und die leicht zerdrückten Kardamomkapseln plus etwas Salz hineingeben und ein wenig darin ziehen lassen.

Die fertigen Nudeln auf den vorgewärmten Tellern anrichten und mit der Butter begießen. Dazu passt ein fruchtiger Rotwein (z.B. Corbiéres) oder auch ein guter Grauburgunder.

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